Diese Ausgabe von GLEICHLAUT entsteht mit einem Gefühl, das uns seit dem Berlin Pride begleitet. Eigentlich wollten wir von unserem ersten CSD in der Hauptstadt vor allem eines mitnehmen: die Bilder eines großartigen Tages. Gemeinsam mit Nina Queer auf dem TUI-Cruises-Wagen, mitten in einer Stadt voller Regenbogenflaggen, Musik und Menschen, die ihre Freiheit feiern. Wenige Stunden später war alles anders. Der islamistische Anschlag im Umfeld des CSD, bei dem eine Frau getötet und zahlreiche Menschen verletzt wurden, hat aus diesem Tag eine Erinnerung gemacht, die weit über die schönen Bilder hinausgeht.
Und vielleicht ist genau deshalb dieser Herbst ein wichtiger Zeitpunkt, über Sichtbarkeit zu sprechen. Am 6. September wird in Sachsen-Anhalt gewählt, am 20. September folgen Berlin und Mecklenburg-Vorpommern. In einer aktuellen ARD-Vorwahlumfrage liegt die AfD in Sachsen-Anhalt bei 42 Prozent, die CDU bei 22 Prozent. Umfragen sind keine Wahlergebnisse – aber solche Zahlen zeigen, wie sehr sich politische Mehrheiten verändern können.
Für uns bedeutet das nicht, leiser zu werden. Im Gegenteil: Wir wollen weiterhin zeigen, wie vielfältig, selbstverständlich und lebendig queeres Leben ist.
Und genau darum geht es auch in dieser Ausgabe. Wir blicken nach Maspalomas zum Winter Pride und zur Tropicana Poolparty, nach Köln zum St. Nicholas Festival und nach Bochum, wo mit Pink Liberty eine neue queere Partyreihe startet. Wir schauen auf neue Clubnächte, Reisen und Orte, die Lust auf eine Auszeit machen – etwa die Forsthofalm in Leogang, wo Berge, Wellness und Beats ziemlich gut zusammenpassen.
Nach diesem Sommer fühlt sich manches anders an. Aber eines bleibt: Wir gehen raus, wir feiern, wir berichten und wir zeigen unsere Community.
Denn Sichtbarkeit ist gerade dann wichtig, wenn andere sie am liebsten kleiner machen würden.

































